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Die Kunst feiner klassischer Kameras

Leica Summicron-M – die Rettung?

Bei diesem Photo stockt einem der Atem. Es ist die Frontlinse eines Leitz Summicron-M 50 mm in einem unterirdischen Zustand, normalerweise Totalschaden. Aber was ist schon normal in dieser schnellen Welt? Wie kann so etwas passieren? Nun, der technisch völlig unbegabte Besitzer dieser Optik wollte nur mal schnell etwas Fungus entfernen.

Ein „guter“ Tipp aus dem Internet war schnell gefunden, Essig. Soll den Fungus sicher entfernen. Das Ergebnis ist hier zu sehen, die Essigsäure fand Gefallen an der Vergütung, das Ergebnis dürfte wohl so etwas wie Magnesiumacetat sein. Nun ist dieses bedauerliche Bastelopfer hier, mal sehen was man machen kann.

Leicht anpoliert ähnelt es schon ein wenig einer optischen Linse, geht noch mehr? Im Moment kann man beim Durchblick nichts erkennen, auch die Reflektion auf der Oberfläche zeigt nur optische Matsche.

Hoppla, eine erste Reflektion auf der ansatzweise Details zu erkennen sind. Vielleicht ist die Linse wirklich zu retten. Es sind immer noch reichlich Coating Reste auf dem Glas.

In der Tat, die Details werden deutlicher. Der Glasklumpen fängt an, sich wie eine optische Linse zu benehmen. Ob und wie es weiter geht, demnächst hier.

 

—————————     wird fortgesetzt   ——————————–

 

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Restauration klassischer Kameras

Wir restaurieren in erster Linie Zeiss Kameras, insbesondere die Contarex Typen, Contaflex TLR, alle Contax Messsucher, Super Ikonta, die Ikoflex, Super Nettel, Tenax II und andere hochwertige Zeiss Geräte. Bei der Rolleiflex überholen wir hauptsächlich die 3.5/2.8 F.

Wir können Linsen polieren und neu vergüten lassen.

Schraubleicas können ebenfalls repariert werden sowie einige Linhof Modfelle. Bei Interesse einfach nachfragen per mail an service@classic-camera.de oder telefonisch 02305 – 922928.

 

Service für die Contarex

Die Königliche, so sah es wohl Zeiss bei der Namensgebung der Contarex, einer Wortkonstruktion mit Anleihe bei der Contax, die ja selbst ab 1932 Massstäbe setzte und ein synonym war sowohl für Luxus als auch für technische Perfektion und Entwicklung.

Mit dem Rex im Namen stellte die Contarex den Anspruch, dieses noch zu überbieten. Heraus kam eine der teuersten, schwersten und komplexesten SLR Cameras aller Zeiten.

Die abgebildeten Photos stammen aus einer Contarex I (Bullseye) und geben einen dezenten Hinweis darauf, was den Restaurator erwartet, der sich in die Tiefen dieser hochkomplexen Camera wagt.

Nicht umsonst wird die Contarex liebevoll „repairmans hell“ genannt, und das sollte man wörtlich nehmen. Nichts für leichtsinnige Zeitgenossen. Ist die Restauration der Contax Verschlüsse schon eine Kunstfertigkeit (vor allem bei der Contax I), so kann man sagen die Contax ist im Vergleich zur Contarex das Gesellenstück, wenngleich ebenfalls ein Komplexes.

 

Aus den genannten Gründen ist jede Contarex eine Einzelfallentscheidung. Ob an einer Camera die Probleme behoben werden können, wird somit im einzelnen Fall geprüft oder eventuell im Vorhinein bereits abgelehnt. Die Ersatzteilversorgung ist ein echtes Problem, ein gewisser Stock an Ersatzteilen ist allerdings vorhanden.

Es können alle Contarex Varianten sowie die Hologon Camera restauriert werden, zudem die meisten Contarex Optiken. Nach vollendeter Restauration kann mit der Contarex gearbeitet werden wie mit der unten abgebildeten Contarex Super mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 80-250 mm.

Und nach sorgfältiger Restauration laufen die Objektive wieder butterweich.

 


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Zeiss Sucher 440 – für den richtigen Durchblick

Ästhetisch und nützlich, der Zeiss Ikon Sucher 440 aus Stuttgart. Man konnte ihn beim Kauf konfektionieren lassen, je nachdem welche Brennweiten benötigt wurden.

Dieses Exemplar besitzt unter anderem die schöne und seltene Brennweite 21 mm für das Biogon.

Altersbedingte Probleme mit den Umlenkprismen sind häufiger anzutreffen, auch in diesem Fall ergibt sich dadurch eine Irritation im Sucherdurchblick.

Das lässt sich in der Regel beheben um wieder klaren Durchblick zu bekommen. In diesem Fall müssen die Prismen neu verkittet werden.

 

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Contarex Distagon 4/35 – gib mir die Kugel

Man sollte seine Grenzen kennen. Sagte schon mein Vater. Und das ist natürlich richtig. Ereignet sich ein Zwischenfall in einem Atomkraftwerk, dann laufe ich auch nicht gleich mit der Werkzeugtasche los, um die Kleinigkeit wieder in Ordnung zu bringen. Leider sind manche Zeitgenossen da anders gestrickt. Ich kann mich dieses Eindrucks nicht erwehren bei manchen Objektiven, die auf dem Operationstisch landen und schon Einiges an Bastelei hinter sich haben. Vielleicht hilft das ja.

Ein paar Impressionen eines in Restauration befindlichen Carl Zeiss Distagon 4/35 für Contarex. Man beachte die süssen kleinen Kugeln, davon gibt es reichlich, wie man hier sieht.

Wen das noch nicht wirklich abhält, gemeint sind die 100 Prozent Lernresistenten, vielleicht kann folgendes Bild die unerwünschten Aktivitäten stoppen.

Noch nicht genug? Blendenlamellen macht man mit links? Nun, vielleicht etwas das der Sensorik der Haut unangenehm sein könnte, wir können hier getrost von Schmodder sprechen.

Wer jetzt noch nicht das Weite gesucht hat, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen. Womit wir es bei dem Distagon ja mit einer vergleichsweise simplen Geschichte zu tun haben, verglichen mit den komplexeren Optiken der Contarex Familie, wie dem Vario-Sonnar weiter unten.

Noch ein kleiner Tipp: Wer das Basteln partout nicht lassen kann, mit einem Dutzend billiger Beroflex Linsen wird das Hobby auf Dauer nicht so kostspielig.

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Contarex Vario-Sonnar – nichts für schwache Nerven

Das Carl Zeiss Vario-Sonnar 2.8/40-120 mm, das kleine Vario für die Contarex. 13 Linsen in 9 Gruppen, schlappe 2 Kilogramm Gewicht, ein Bildwinkel von 20 – 57 Grad. Es wurden ca. 1000 Stück gebaut. Nichts für schwache Muskeln und bei technischen Problemen nichts für schwache Nerven. Häufig gibt es bei diesem Objektiv Probleme im Frontlinsenbereich, Separationen oder Vergütungsprobleme sind nicht selten.

Die Restauration ist entsprechend dem komplexen Aufbau recht aufwendig. Bei einem Kauf sollte man dementsprechend genau auf die Beschaffenheit der Gläser achten. Dann landet das Vario Sonnar an einer schönen Contarex und nicht auf dem Operationstisch des Restaurators.

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Achtung Drillinge – Zeiss Planar für Contarex

Die Restauration eines Carl Zeiss Planar f2/50 mm ist immer eine lohnende Sache, ist es doch ein hervorragendes Objektiv. Hier kommen nun gleich drei Exemplare unters Messer. Die drei Linsenblöcke ähneln sich offensichtlich sehr. Ein Blick auf die Waage bringt Interessantes zu Tage. Die Blöcke links und rechts bringen 137 g auf die Waage, das mittlere Objektiv ist bescheidener mit gerade 80 Gramm. Produziert wurden die Optiken von links gesehen 1968, 1965 und 1957.

Auch die Vergütung dieses Exemplares sah schon mal besser aus, Flecken wohin man schaut. Ob das zu beseitigen ist? Schaun wir mal. Ansonsten kann man hier sehen, warum die Blende des Planar so richtig schön rund ist.

Die fleckige Frontlinse des Planar ist jetzt in Arbeit, Ergebnisse werden demnächst veröffentlicht. Die beiden anderen Planare sind wieder topfit und einsatzbereit.

 

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Mit der Contax durch die Nacht

Hier ein paar Impressionen eines nächtlichen Streifzugs mit der treuen Contax RTS. Optik war ein Carl Zeiss Distagon 2.8/25 mm.

Die Belichtungsautomatik brachte bei Blende 8 und 200 ASA am Berliner Dom Zeiten zwischen 20 und 25 Sekunden. Das Gerät Baujahr 1975 machte seinen Job, wie man sieht, recht gut.

Anlass dieser kleinen Phototour war das Festival of Lights im Oktober 2010. Zahlreiche Gebäuder der Stadt waren illuminiert.

Auch die zahllosen Touristen mit ihren Blitzwürfel Cameras konnten den Gesamteindruck der Photos nicht schmälern. Wie sie es allerdings schafften, aus der Hand ein Gebäude wie den Berliner Dom mit ihren Knipskisten zu erfassen, wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben. Stative sind wohl aus der Mode gekommen.

Begeisterung aller Orten beim Blick auf das 2 Zoll Display der Digiknipse, die Ernüchterung kam vermutlich später. Das Festival ist nicht nur photographisch absolut zu empfehlen.

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Service für die Contax I – III

Hier ein paar Zahlen, welche die Komplexität und Präzision einer Contax veranschaulichen helfen.

In das Gehäuse der Kamera mussten zu Beginn der Fertigung 80 Löcher mit einer Genauigkeit von 1/100 mm gebohrt werden. Die Präzision betrug bei anderen Bauteilen bis zu 1/1000 mm. Die über 500 Einzelteile wurden selbst produziert und mindestens vier mal kontrolliert. Diese Zahlen gelten für die Contax I, bei der Contax II waren es bereits über 650 Teile.

Dieser immense Aufwand ist gleichzeitig Fluch und Segen. Eine Überholung, 70 Jahre später, kann nur gelingen, wenn man die Contax-Philosophie absoluter Präzision ernst nimmt und diese verinnerlicht.

Sollte jemand meinen, mit billigen „Kiev-Ersatzteilen“ technische Probleme beseitigen zu können, der erhält als Belohnung schlecht oder unsynchron laufende Verschlüsse, hakelige Spannmechanismen, unsauber ablaufende Zeitauslöser etc. Von der verloren gegangenen Authentizität dieser technischen Meisterwerke ganz zu schweigen.



Warum ich dieses Thema anspreche? Im Bereich der PreWar Contax, die zwecks Reinigung oder Begutachtung auf meinem Schreibtisch landen, zeigen inzwischen ca. 80 Prozent Merkmale dilettantische Eingriffe mit zum Teil eklatanten Folgen.

Bei diesen Cameras handelt es sich in der Regel um „günstige“ ebay Käufe. Diese sind häufig in einem sehr schönen optischen Zustand. Weisen dann kleinere oder mittlere Fehler auf, bei einer gründlichen Analyse ergibt sich dann ein Schreckenskabinett „chirurgischer“ Eingriffe. Es folgt eine kleine Auflistung:

Die Contax III:

Kompletter Belichtungsmesser einer Kiev eingebaut.
Selenzelle einer Kiev 4, umlöten mit farbigen Kunststoffkabeln.



Contax II und III:

„Chrom-Kopf“ der Kiev
Kompletter Kiev Verschluss eingebaut
Bremse der unteren Trommel „verstärkt“
Lamellen ausgetauscht, falsches Joch
Falsche Bänder, zu dick
Auslösehebel zum Zeitauslöser falsch
„Verklebte“ Sonnare, die sich nicht mehr zerstörungsfrei öffnen lassen

Was weiter auffällt, immer häufiger fehlen einfach Teile. Der Klassiker ist die Hülse, welche die Filmtransporttrommel hält. Dachte ich zuerst an pure Schlamperei, so denke ich nach einer Häufung dieser Fälle an Absicht, offensichtlich war es einfacher den Lichtkasten hinten anzubringen, wenn die Transporttrommel etwas „Spiel“ hat.

Da war doch noch etwas mit Seriennummern. Wie bringt der „kreative“ Fälscher denn ein Kiev Gehäuse unter. Er baut sich eine Contax der J-Serie, Seriennummer im Zubehörschuh und an der Rückwand. Mal ehrlich, wen wundert solches Betragen wirklich. Schaut man heute, was findige Autoverkäufer mit ihren gebrauchten Karossen treiben, so ist das hier auch nur eine logische Fortführung.

Bei diesem Schreckenskabinett kommt übrigens auch die Contax I nicht zu kurz. Fehlende Knöpfe sind noch harmlos, man kann diese natürlich auch „nachbauen“ oder gleich was anderes dranschrauben. Manchmal fehlen einem wirklich die Worte.

Dies alles ist natürlich nicht Contax spezifisch, Leica Freunde können ein ähnliches Lied singen. Was kann man tun? Darauf achten, wo gekauft wird, nicht nur den Preis als Kriterium gelten lassen, seine Cameras prüfen lassen, sich austauschen, es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten.

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Die Micro Maschine

Das Projekt war durchaus reizvoll und so machte ich mich gleich ans Werk. Gewünscht war ein System für die Microphotographie. Die aufzunehmenden Objekte waren Kristalle in der Grössenordnung 1-5 mm. Camera war eine digitale Canon EOS, Optik sollte ein zu besorgendes Zeiss Luminar sein. Der Rest war frei zu entscheiden.

Es sollten nur Qualitätskomponenten verwendet werden.Ich entschied mich als Basis für einen Contax Auto Bellows mit shift/tilt Funktionalität. Damit war der Aufbau des Systems de facto bereits definiert. Kameraseitig musste ein Adapter Canon EOS an Contax her. Um zu gewährleisten, das es keine Kollision mit vorstehenden Bauteilen der Camera und dem Balgen geben würde, legte ich noch zwei Contax Tuben bei. Damit war der nötige Abstand zwischen Camera und Balgen gesichert.

Objektivseitig wurde es etwas aufwendiger. Ein Adapter Contax/M42 machte den Anfang. Bei gleichem Auflagemass der beiden Systeme legt sich der M42 Adapter schön bündig in das Contax Bajonett. Ein simpler M42 an RMS Adapter war nicht die richtige Lösung, um sich den Microobjekten zu nähern war auch hier ein gewisser Auszug sinnvoll. Ich liess also einen speziellen Adapter fertigen, der diesen Anspruch erfüllte. Zusätzlich konnte mit einem weiteren Tubus Distanz geschaffen werden. Jetzt nur noch ein Luminar 4.5/40 mm vorn drauf, und fertig war die Micro Maschine.

Getestet mit einer Contax RTS funktionierte alles prima. Hier dann mit einer Canon EOS als Testgerät, einwandfrei.

 

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Hologon Ultrawide – ein Traum in 110 Grad

Eine der faszinierendsten Zeiss Cameras ist mit Sicherheit die Hologon Ultrawide. Im Prinzip eine Contarex, auch wenn sie keinen Spiegel besitzt. Das fest eingebaute Objektiv bietet bei f8 / 15 mm einen Bildwinkel von sagenhaften 110 Grad.

Der aufwendig konstruierte Spezialsucher hat eine eingespiegelte Wasserwaage, die Camera wird mit einem Pistolengriff ausgelöst. Man kann sie natürlich auch ohne Griff nutzen und wird dann in den Genuss kommen, auf jedem Photo seine Finger abgebildet zu sehen.

Die Camera wurde 1969 eingeführt, es wurden ca. 1400 Exemplare gefertigt. Noch ein Tipp, der Verlaufsfilter sollte bei der Camera unbedingt dabei sein.

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