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Die Kunst feiner klassischer Kameras

Geschichte


Eine kleine Reise in die Contax Geschichte

1932-1936: Die (schwere) Geburt einer Profi-Camera

Die Geschichte der Contax beginnt im Jahre 1932 mit einem Paukenschlag, die Contax Kleinbildcamera wird vorgestellt. Einiges an ihr ist für diese Zeit revolutionär.

Sei es der vertikal verlaufende Lamellenverschluss, gefertigt aus Metall, sei es das opulente Angebot an Wechselobjektiven gleich zu Beginn.

Nicht zu vergessen die für diese Zeit extrem lichtstarken Exemplare wie das Sonnar 5/1,5 oder das Sonnar 8,5/2 (ab 1933), Zahlen die sich 70 Jahre später noch sehen lassen können und den Photographen dieser Zeit völlig neue Möglichkeiten eröffneten.

Und der Preis für dieses technische Juwel, der es sogleich in die Luxusklasse katapultiert. Die Contax als Prestigeobjekt, als Zeichen von Reichtum.

Gleich zu Beginn waren sechs Wechselobjektive im Angebot:

Tessar 3,5/5 cm
Tessar 2,8/5 cm
Sonnar 2,0/5 cm
Sonnar 1,5/5 cm
Triotar 4,0/8,5 cm
Sonnar 4,0/13,5 cm

Es folgten 1933:

Tessar 8/2,8 cm
Biotar 2/4 cm
Sonnar 2/8,5 cm
Tele-Tessar K 6,3/18 cm

Das ganze hatte natürlich seinen Preis, so kostete die Contax in der einfachstan Ausführung mit Tessar 3,5 245,- RM. Wollte man das extrem lichtstarke Sonnar 1,5/5 cm, so belief sich der Preis auf 470,- RM. Für „Otto-Normalphotograph“ absolut unerschwinglich.

Wir reden hier von der Contax, die durch die Einführung der Contax II nachträglich die Bezeichnung Contax I erhielt. Man unterscheidet insgesamt 7 Verschiedene Versionen dieser Camera. Zur Unterscheidung und Klassifizierung sei auf das excellente Werk von Hans-Jürgen Kuc „Auf den Spuren der Contax“ verwiesen, mithin eine „Bibel“ des Contaxsammlers und -nutzers.


Doch es ist nicht alles Gold was glänzt und so hatte auch die Contax zu Beginn ihres Weges vor allem mit technischen Problemen zu kämpfen, viele Exemplare fanden den Weg in die Werkstätten. Es war die „schwere“ Geburt einer Profi-Camera. Man lernte offensichtlich aus den Problemen, denn bereits 1936 trat die Contax II die Nachfolge an, und hier hatte sich in Sachen Technik und Konstruktion Innovatives getan. Wie überhaupt Zeiss Ikon in vielen Bereichen bis in die 60er jahre technisch sehr innovativ war. Weiteres zur Contax II und ihrer Schwester, der Contax III, im nächsten Kapitel.

 

Eine kleine Reise in die Contax Geschichte

1936-1945: Der grosse Wurf – die Contax wird erwachsen

Wie bereits dargelegt, war die Contax I mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss. So begannen die Zeiss Ingenieure bereits kurz nach Einführung der Contax I mit der Entwicklung des Nachfolgemodelles.

Fasse n wir zusammen, der Aufzugsknopf der Contax I war eine ergonomische Katastrophe, er wurde deshalb kurzerhand auf die Oberseite der Camera verlegt. Der Viergruppenverschluss war eindeutig zu kompliziert, zudem war der ganze Mechanismus störanfällig. Bewährt hatte sich das Bajonett, die recht grosse E-Messer Basis, das Einstellrädchen, der Verschluss aus Metall und die abnehmbare Rückwand.

Die guten Eigenschaften der Contax I, die Beseitigung der Fehler, einer wirklich grossen Camera stand nichts mehr im Weg, aber den Perfektionisten bei Zeiss Ikon reichte das noch nicht. Ein Knüller musste her, und Zeiss hatte in den Jahren zuvor an einem gearbeitet. Der Meßsucher, eine Kombination von Sucher und Entfernungsmesser, machte diese Camera zu einem Meilenstein der Camerahistorie.

Um die Sache abzurunden, erhielt die neue Contax einen Selbstauslöser und wurde dem Zeitgeist entsprechend matt verchromt produziert. Der Verschluss wurde modular neu konstruiert und konnte jetzt komplett entnommen werden, die Lamellen waren nun aus Messing anstatt Aluminium.

Die Contax II war geboren, 1936 eine Camera der Superlative. Mit der Contax III folgte dann noch ein Modell mit Selenbelichtungsmesser, welches nun keinerlei Wünsche mehr offen liess.

War die Contax I mit ihren 500 Bauteilen schon sehr komplex, so bestand die Contax II sogar aus 650 Teilen. Dies wurde noch überboten vom absoluten Spitzenmodell, der Contax III mit weit über 700 Bauteilen. Hier kann man mit Fug und Recht von einer absoluten Luxuscamera sprechen.

Entsprechend waren die Preise, eine Contax II mit versenkbarem Sonnar f2/5 cm kostete 450,- RM, für das Topmodell Contax III mit dem extrem lichtstarken 1.5 Sonnar mussten 695,- RM hingeblättert werden. Der Grossteil der photographierenden Bevölkerung begnügte sich mit einfachen Boxcameras zu 16,- RM.

 

Eine kleine Reise in die Contax Geschichte

1949-1962: Der Neubeginn bei Zeiss West.
„Die Ausgereifte“ erobert den Markt
Wir befinden uns im Jahre 1950, auf der Photokina wird die Contax IIa vorgestellt, Nachfolgerin der legendären Contax II. Folglich erhielt die Camera den Beinamen „Die Ausgereifte“, ein Hinweis auf die Kontinuität in Sachen Contax Produktion. Die Camera wurde komplett neu konzipiert, von nun an werden wir keine Probleme mehr mit Kopien haben. Die Camera war vor allem kleiner und handlicher, sie verfügte über Blitzsynchronisation und war wie ihre Vorgängerin im Luxussegment angesiedelt, die Contax IIa mit Sonnar 1,5/5cm kostete zu dieser Zeit DM 955,-.

1951, zum 25jährigen Bestehen der Firma Zeiss Ikon, erblickt die Contax IIIa das Licht der Welt. Die Nachfolgerin der contax III verfügt ebenfalls wie diese über einen eingebauten Belichtungsmesser. Auch ihre Bauform ist kompakter, vor allem der Aufbau des Belichtungsmessers ist viel flacher als bei der Contax III.


Die beiden Cameras waren sehr modular aufgebaut, so das es problemlos möglich war, eine Contax Iia in eine Contax IIIa umbauen zu lassen. Daraus resultieren noch heute Irritationen, was Seriennummern betrifft. Während sich Zeiss West also wieder mit Suchercameras beschäftigte, wurde im Osten der Republik den SLR Cameras der Vorzug gegeben, es entstanden z.B. die Contax S , die Contax D oder die Contax F. Der Osten produzierte weiterhin Objektive für die Contax West, diese trugen in der Regel die Bezeichnung „Carl Zeiss Jena“, die Westprodukte erhielten die Bezeichnung „Zeiss-Opton“ und später ab 1953 „Carl Zeiss“.


Immer wieder hört man die Ansicht, die „Zeiss-Opton“ Linsen seien die Besten, da „Carl Zeiss“ gerne mit „Carl Zeiss Jena“ verwechselt wird. Der Osten produzierte in der Regel Objektive, die vom optischen Aufbau her Kopien der Vorkriegsobjektive waren, während Zeiss West Neuberechnungen durchführte. Das erste „neue“ Objektiv für die Contax war das Biogon 2,8/35mm. Weitere Neuschöpfungen waren u.a. das Sonnar 1,5/50mm, das Sonnar 2/85mm oder das Biogon 4,5/21mm.

Die Produktion der Contax IIa wurde 1961 mit der L-Serie beendet, die letzten Contax IIIa waren die der R-Serie 1962. Insgesamt wurde ca. 66.000 Contax IIa und 69.000 Contax IIIa produziert. Im gleichen Zeitraum produzierte die Konkurrenz u.a. 206.500 Leica M3. Im Vergleich zur Contax gleich welcher Bauart war die M3 ein echtes Massenprodukt.

Die Zukunft bei Zeiss Ikon gehörte von nun an den SLR Cameras. Was bei den Suchercameras die Contax war, wurde bei den SLR Cameras die Contarex, im Namen deutete sich bereits die Verwandschaft an. Auch hier ging es um absolute Präzision, auch hier waren die Preise für den Photofreund jenseits von Gut und Böse.

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Contarex – eine wahrhaft königliche Camera

Herbst 1958: Eine Option auf die Zukunft – die Contarex

Auch im Hause Zeiss Ikon hatte man in den fünfziger Jahren erkannt, die Zukunft gehört den Spiegelreflexcameras. Das Spitzenmodell dieser Zeit war die Contax, eine Meßsuchercamera der Luxusklasse mit Wechseloptiken. Deren Nachfolger sollte eine Spiegelreflexcamera werden, die Contarex. Sie wurde im Herbst 1958 vorgestellt und sollte ab Frühjahr 1959 verkauft werden. Das Motto dieser Spitzencamera: „Schneller, höher, weiter“, ein System der Superlative, sowohl im bereich Technik als auch beim Preis.

Der Preis wurde mit 1284,- DM angegeben für die Contarex I (Bullseye) mit f2/50mm Planar. Das war um einiegs teurer als eine Contax IIIa mit 1.5 Sonnar und auch die Leica M3 war günstiger. Doch es sollte anders kommen, mit einem ganzen Jahr Verspätung wurde die Contarex im frühjahr 1960 ausgeliefert. Auch der Preis konnte nicht gehalten werden, sie kostete nun DM 1356,- und der Preis erhöhte sich im selben Jahr auf DM 1450,- DM, eine Königsklasse was den Preis betrifft.

Gleich zu Beginn waren sechs Wechselobjektive im Angebot:

Biogon 4.5/21 mm
Distagon 4/35 mm
Planar 2/50 mm (Standardobjektiv)
Sonnar 2/85 mm
Sonnar 4/135 mm
Sonnar 4/250 mm

 

Geschichte wird fortgeführt ……….



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